Wärmebehandlung vonEdelstahl-RohrverbindungsstückeZiel der Wärmebehandlung ist es, die physikalischen und mechanischen Eigenschaften von Edelstahl zu verändern, Eigenspannungen abzubauen und die durch vorherige Bearbeitung beeinträchtigte Korrosionsbeständigkeit wiederherzustellen. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit des Edelstahls verbessert oder er kann weiteren Hoch- und Tieftemperaturbehandlungen standhalten. Die Wärmebehandlung umfasst geeignete Glüh-, Härte-, Anlass-, Normalisierungs- und andere verwandte Verfahren, die bei Edelstählen unterschiedlicher Struktur und Art angewendet werden.
Aufgrund ihrer Mikrostruktur lassen sich Edelstähle in austenitische, martensitische und ferritische Edelstähle unterteilen. Um Oberflächenverformungen während der Wärmebehandlung zu vermeiden, richtet sich die Wärmebehandlung dieser drei Edelstahlsorten nach ihren jeweiligen Strukturen und Eigenschaften.
1. Rohrverbindungsstücke aus austenitischem Edelstahl
Austenitischer Edelstahl ist die am weitesten verbreitete und am häufigsten vorkommende Edelstahlsorte. Charakteristisch ist sein austenitisches Gefüge, das bei Raumtemperatur keine Phasenumwandlung erfährt. Er lässt sich nicht durch Wärmebehandlung, sondern nur durch Kaltverformung härten. Das gängigste Wärmebehandlungsverfahren ist das Lösungsglühen.
2. Rohrverbindungsstücke aus ferritischem Edelstahl
Rohrverbindungsstücke aus ferritischem Edelstahl durchlaufen typischerweise keine ν-α-Phasenumwandlung und weisen eine ferritische Struktur auf, die sich weder bei hohen noch bei Raumtemperaturen umwandelt. Enthält der Stahl jedoch einen bestimmten Anteil an austenitbildenden Elementen wie Kohlenstoff und Stickstoff, kann sich bei hohen Temperaturen eine austenitische Struktur bilden. Dieser Stahltyp lässt sich nicht durch Wärmebehandlung verstärken; lediglich Glühen kann innere Spannungen abbauen und eine weitere Oberflächenbehandlung ermöglichen.
3. Rohrverbindungsstücke aus martensitischem Edelstahl.
Rohrverbindungsstücke aus martensitischem Edelstahl weisen einen ausgeprägten Phasenumwandlungspunkt auf. Diese Umwandlung findet bei hohen Temperaturen in einem austenitischen Gefüge statt, das beim Abkühlen in ein martensitisches Gefüge übergeht und sich dadurch aushärtet. Da dieser Edelstahl einen hohen Chromgehalt aufweist und gut härtbar ist, können verschiedene Wärmebehandlungsverfahren wie beispielsweise Härten und Anlassen angewendet werden.
Veröffentlichungsdatum: 01.12.2025